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Leitfaden

KI-Richtlinie im Unternehmen: Pflicht, Inhalte und eine Mustergliederung

Von Lucas Weber, CyberSec42 · Stand 28.10.2026

CyberSec42

Eine KI-Richtlinie ist kein ausdrücklich vorgeschriebenes Dokument: Weder der AI Act noch die DSGVO verlangen ein Papier mit diesem Titel. Wer KI im Betrieb nutzt, muss aber Maßnahmen zur KI-Kompetenz ergreifen (Art. 4 AI Act, seit 2. Februar 2025), personenbezogene Daten und Geschäftsgeheimnisse schützen und die Nutzung beaufsichtigen. Eine schriftliche Nutzungsrichtlinie ist der einfachste Weg, all das festzulegen und nachzuweisen. Dieser Leitfaden zeigt, was hineingehört, liefert eine Mustergliederung zum Übernehmen und nennt die Fehler, an denen Richtlinien in der Praxis scheitern.

Kurz gefasst.

Ist sie Pflicht?

Was AI Act, DSGVO und GeschGehG tatsächlich verlangen.

Zum Abschnitt

Was hineingehört

Werkzeuge, Datenklassen, Freigabe, Kennzeichnung.

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Agenten und Anbindungen

Copiloten, Agenten, MCP-Server, Konnektoren.

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Mustergliederung

Zwölf Abschnitte zum Übernehmen.

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Typische Fehler

Warum Richtlinien im Alltag nicht greifen.

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Greift sie wirklich?

Die Richtlinie technisch gegenprüfen.

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Dieser Beitrag behandelt das eine Dokument, mit dem Sie die KI-Nutzung Ihrer Beschäftigten regeln. Wie Sie KI-Governance insgesamt aufsetzen, also Inventar, Risikoklassen und Nachweise nach dem AI Act, beschreiben wir in AI Act und KI-Governance: was Unternehmen jetzt tun müssen.

Ist eine KI-Richtlinie Pflicht?

Ehrlich beantwortet: Ein Dokument mit dem Namen „KI-Richtlinie“ schreibt kein Gesetz vor. Mehrere Pflichten, die heute schon gelten, setzen aber voraus, dass Sie die KI-Nutzung im Betrieb steuern und das belegen können. Die folgende Übersicht zeigt, woher der Druck kommt.

RechtsquelleWas sie verlangtWas das für die Richtlinie heißt
AI Act, Art. 4 (KI-Kompetenz)Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um die KI-Kompetenz ihres Personals und weiterer Personen zu fördern, die in ihrem Auftrag mit KI arbeiten. Gilt seit 2. Februar 2025.Schulung und klare Regeln sind die naheliegenden Maßnahmen. Die Richtlinie dokumentiert, welche Sie getroffen haben.
AI Act, Art. 50 Abs. 4 (Transparenz)Betreiber legen offen, wenn Bild-, Ton- oder Videoinhalte Deepfakes sind, und wenn KI-Text veröffentlicht wird, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren. Gilt seit 2. August 2026.Eine Regel, wann gekennzeichnet wird und wann die Ausnahme für menschlich geprüfte, redaktionell verantwortete Texte greift.
DSGVO, Art. 24, 28, 32, 35Geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, wo verhältnismäßig ausdrücklich auch „geeignete Datenschutzvorkehrungen“ (Art. 24 Abs. 2). Dazu Auftragsverarbeitungsvertrag, Datensicherheit und bei hohem Risiko eine Datenschutz-Folgenabschätzung.Welche Daten in welches Werkzeug dürfen, und dass neue Werkzeuge erst nach Datenschutzprüfung eingesetzt werden.
GeschGehG, § 2 Nr. 1 bEine Information ist nur dann als Geschäftsgeheimnis geschützt, wenn ihr Inhaber angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen getroffen hat.Eine dokumentierte Regel, dass Vertrauliches nicht in ungeprüfte KI-Dienste gehört, ist eine solche Maßnahme.
OWiG, § 130Inhaber müssen die Aufsichtsmaßnahmen treffen, die erforderlich sind, um bußgeld- oder strafbewehrte Pflichtverstöße im Betrieb zu verhindern.Klare Vorgaben und deren Kontrolle sind Teil gehöriger Aufsicht. Ob die Norm im konkreten Fall greift, ist eine Einzelfallfrage.

Was die Kommission zu Art. 4 sagt

Die Fragen-und-Antworten-Seite der EU-Kommission zur KI-Kompetenz stellt klar: Auch ein Unternehmen, dessen Beschäftigte etwa ChatGPT für Werbetexte oder Übersetzungen nutzen, fällt unter Art. 4. Die Beschäftigten sollten über konkrete Risiken wie Halluzinationen informiert werden. Ein Zertifikat ist nicht nötig, und eine bestimmte Governance-Struktur schreibt Art. 4 nicht vor.

Seit dem Digital Omnibus, der am 27. Juli 2026 in Kraft getreten ist, lautet Art. 4 etwas weicher: Unternehmen müssen Maßnahmen ergreifen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz zu unterstützen, und kein bestimmtes Kompetenzniveau einzelner Personen garantieren. Die Pflicht zu handeln bleibt. Art. 4 hat im AI Act keinen eigenen Bußgeldtatbestand, er taucht in der Liste des Art. 99 nicht auf. Daraus folgt aber nicht, dass ein Verstoß folgenlos bleibt: Die Aufsicht hat seit August 2026 die Arbeit aufgenommen, in Deutschland mit der Bundesnetzagentur als Marktüberwachungsbehörde, Anlauf- und Beschwerdestelle nach dem KI-MIG, das am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist.

Mitbestimmung nicht vergessen

Gibt es einen Betriebsrat, kann die Einführung von KI-Werkzeugen mitbestimmungspflichtig sein, etwa nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, wenn ein Werkzeug Verhalten oder Leistung der Beschäftigten überwachen kann. Das Arbeitsgericht Hamburg hat im Eilverfahren (Beschluss vom 16. Januar 2024, 24 BVGa 1/24) für die Nutzung von ChatGPT über private Konten ohne Installation auf Firmensystemen kein Mitbestimmungsrecht gesehen. Das ist eine Einzelfallentscheidung, keine allgemeine Freigabe. Bei betrieblichen Konten mit Protokollierung kann es anders aussehen. Die Datenschutzkonferenz empfiehlt, Beschäftigtenvertretung und Datenschutzbeauftragte früh einzubinden.

Was in eine KI-Richtlinie gehört

Die Orientierungshilfe „Künstliche Intelligenz und Datenschutz“ der Datenschutzkonferenz (Mai 2024) beschreibt das Problem nüchtern: Ohne klare Regeln nutzen Beschäftigte KI-Anwendungen eigenmächtig und unkontrolliert. Sie empfiehlt dokumentierte Weisungen, ob, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Zwecken welche KI-Anwendungen eingesetzt werden dürfen, mit konkreten Beispielen für erlaubte und untersagte Szenarien. Daraus ergeben sich die folgenden Bausteine.

Freigegebene Werkzeuge

Eine Positivliste mit Werkzeug, Version oder Tarif, zulässigem Zweck und höchster zulässiger Datenklasse. Wichtig ist der Tarif: Die Verbraucherversion eines Chat-Dienstes und die Unternehmensversion desselben Anbieters unterscheiden sich oft bei Vertragsgrundlage, Datennutzung und Verwaltung. Die Datenschutzkonferenz empfiehlt betriebliche Konten statt privater, und Voreinstellungen, bei denen Eingaben nicht für das Training verwendet und keine Verläufe über die Sitzung hinaus gespeichert werden, wo der Dienst das zulässt.

Datenklassen mit Beispielen

Der wichtigste Teil der Richtlinie und der, der am häufigsten zu abstrakt bleibt. „Keine vertraulichen Daten“ hilft niemandem, der gerade ein Angebot formuliert. Besser ist eine kurze Ampel mit Beispielen aus Ihrem Alltag:

KlasseBeispieleRegel
ÖffentlichVeröffentlichte Website-Texte, Pressemitteilungen, allgemeines FachwissenIn allen freigegebenen Werkzeugen erlaubt
InternInterne Abläufe, Entwürfe ohne Kundenbezug, SchulungsunterlagenNur in Werkzeugen mit Unternehmensvertrag und abgeschaltetem Training
VertraulichAngebote, Preise, Verträge, Quellcode, Kundendaten, PersonalaktenNur in ausdrücklich dafür freigegebenen Werkzeugen mit Auftragsverarbeitungsvertrag
Streng vertraulichZugangsdaten, API-Schlüssel, Gesundheitsdaten, Daten unter Berufsgeheimnis, GeschäftsgeheimnisseNie in KI-Werkzeuge, außer in einer eigens geprüften Umgebung mit schriftlicher Freigabe

Die Klassen sollten zu Ihrer bestehenden Informationsklassifizierung passen.

Freigabeweg für neue Werkzeuge

Neue KI-Dienste tauchen schneller auf, als jede Liste nachkommt. Die Richtlinie braucht deshalb einen kurzen, verbindlichen Freigabeweg. Geprüft werden mindestens Vertragsgrundlage und Auftragsverarbeitung, Speicherort und Drittlandübermittlung, Trainingsnutzung der Eingaben, Anmeldung über die zentrale Benutzerverwaltung, Protokollierung und, bei hohem Risiko für Betroffene, eine Datenschutz-Folgenabschätzung. Ein Weg, der Wochen dauert, wird umgangen. Planen Sie für Standardfälle eine Entscheidung in wenigen Tagen ein.

Prüfung und Kennzeichnung von Ergebnissen

KI-Ergebnisse können plausibel klingen und falsch sein. Die Richtlinie legt fest, dass ein Mensch Ergebnisse prüft, bevor sie das Haus verlassen oder in Entscheidungen einfließen, und wer dafür verantwortlich ist. Für die Kennzeichnung genügt meist eine knappe Regel entlang Art. 50 Abs. 4 AI Act (siehe Tabelle oben): Deepfakes offenlegen, Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse kennzeichnen, sofern sie nicht menschlich geprüft und redaktionell verantwortet sind. Für Entscheidungen über Menschen, etwa in Bewerbungsverfahren, gehört ein ausdrücklicher Vorbehalt in die Richtlinie: Solche Einsätze nur nach gesonderter Prüfung, denn KI in der Personalauswahl kann unter die Hochrisiko-Regeln des AI Act fallen, deren Pflichten nach Anhang III ab 2. Dezember 2027 gelten.

Verantwortlichkeiten

Mindestens drei Rollen: wer die Richtlinie fortschreibt, wer neue Werkzeuge freigibt und wer Vorfälle entgegennimmt. In kleinen Unternehmen kann das eine Person sein.

Schulung und Kenntnisnahme

Die Richtlinie ist Teil der Maßnahmen nach Art. 4, ersetzt die Schulung aber nicht. Sinnvoll sind eine Einweisung vor der ersten Nutzung, eine kurze Auffrischung bei wesentlichen Änderungen und eine dokumentierte Kenntnisnahme. Die Inhalte richten sich nach Rolle und Einsatz: Wer einen Agenten mit Schreibrechten konfiguriert, braucht mehr als wer Texte zusammenfassen lässt.

Meldeweg und Überprüfung

Ein einfacher Weg, Fehler zu melden, etwa wenn versehentlich Kundendaten in ein nicht freigegebenes Werkzeug kopiert wurden. Wer Sanktionen fürchtet, meldet nicht, und die Frist für eine mögliche Meldung nach Art. 33 DSGVO läuft unbemerkt. Dazu ein fester Überprüfungstermin, mindestens jährlich und bei jedem neuen Werkzeugtyp.

Agenten, Copiloten und Anbindungen

Viele Richtlinien wurden für den Chat im Browser geschrieben. KI-Agenten und Copiloten arbeiten anders: Sie lesen selbstständig Postfächer, Dokumente und Tickets, rufen Werkzeuge auf und handeln mit den Rechten des verbundenen Kontos. Über Konnektoren, Plugins oder MCP-Server werden sie an weitere Systeme angeschlossen. Dafür braucht die Richtlinie eigene Regeln.

Die Angriffsflächen dahinter beschreiben wir in KI-Agent-Sicherheit: der Überblick und MCP-Server absichern.

Mustergliederung zum Übernehmen

Die folgende Gliederung deckt die Bausteine oben ab. Sie ist als Ausgangspunkt gedacht, den Sie an Ihre Werkzeuge, Datenarten und Organisation anpassen. Kurz schlägt vollständig: Vier Seiten werden gelesen, zwanzig nicht.

Nr.AbschnittInhalt
1Zweck und GeltungsbereichFür wen die Richtlinie gilt (Beschäftigte, Freelancer, Dienstleister), für welche Geräte und Konten, Verhältnis zu bestehenden Richtlinien
2BegriffeKI-Werkzeug, Agent, Anbindung, Datenklasse, kurz und mit Beispielen
3GrundsätzeKI ist erwünscht, wo sie hilft. Verantwortung für Ergebnisse bleibt beim Menschen. Nur freigegebene Werkzeuge, nur betriebliche Konten
4Freigegebene WerkzeugeVerweis auf die laufend gepflegte Liste: Werkzeug, Tarif, Zweck, höchste Datenklasse, verantwortliche Person
5DatenklassenDie Ampel mit Beispielen aus dem eigenen Betrieb, ausdrückliches Verbot für Zugangsdaten und Schlüssel
6Freigabe neuer Werkzeuge und AnbindungenAntrag, Prüfpunkte (Vertrag, Auftragsverarbeitung, Speicherort, Training, Anmeldung, Protokollierung), Entscheidungsfrist
7Agenten und AutomatisierungenEigene Dienstkonten, minimale Rechte, Bestätigung für schreibende und löschende Aktionen, kein automatisches Bestätigen
8Prüfung und KennzeichnungMenschliche Prüfung vor Außenwirkung, Regeln nach Art. 50 AI Act, Vorbehalt für Entscheidungen über Personen
9Rollen und ZuständigkeitenVerantwortliche Person für die Richtlinie, Freigabestelle, Ansprechpartner für Fragen und Vorfälle
10SchulungEinweisung vor der ersten Nutzung, Auffrischung bei Änderungen, dokumentierte Teilnahme
11Meldewege und VorfälleWas gemeldet wird, an wen, wie schnell, und dass ehrliche Meldungen nicht bestraft werden
12Überprüfung und InkrafttretenGültig ab, Version, Überprüfung mindestens jährlich, Kenntnisnahme durch die Beschäftigten

Zwei Formulierungsbeispiele für den Ton, der funktioniert: „Sie dürfen die freigegebenen Werkzeuge für alle Aufgaben nutzen, solange die Daten höchstens der Klasse entsprechen, die in der Werkzeugliste steht.“ Und: „Wenn Sie unsicher sind, ob eine Information in ein Werkzeug darf, fragen Sie [Ansprechpartner]. Eine versehentliche Eingabe melden Sie bitte sofort, Sie bekommen dafür keinen Ärger.“

Hinweis: Diese Gliederung ist eine fachliche Arbeitshilfe und keine Rechtsberatung. Eine Nutzungsrichtlinie berührt Arbeitsrecht und gegebenenfalls die Mitbestimmung. Lassen Sie die fertige Fassung anwaltlich durchsehen und binden Sie Datenschutzbeauftragte und, falls vorhanden, den Betriebsrat ein.

Typische Fehler

Verbot ohne Alternative

Die häufigste Reaktion auf die ersten KI-Werkzeuge war ein pauschales Verbot. Der Bedarf verschwindet dadurch nicht, die Nutzung wandert in private Konten auf privaten Geräten. Genau das beschreibt die Datenschutzkonferenz als Risiko: eigenmächtige, unkontrollierte Nutzung, von der das Unternehmen nichts weiß. Ein Verbot funktioniert nur zusammen mit einer freigegebenen Alternative, die gut genug ist, dass niemand ausweichen muss.

Richtlinie ohne technische Kontrolle

Die Richtlinie sagt „Training abgeschaltet“, aber niemand hat es in der Verwaltungskonsole geprüft. Sie sagt „nur freigegebene Werkzeuge“, aber jeder kann im Browser jeden Dienst aufrufen und jede Erweiterung installieren. Sie sagt „Agenten nur mit Bestätigung“, aber die Einstellung für automatisches Bestätigen ist an. Eine Richtlinie, deren Regeln in den Systemen nicht umgesetzt sind, beschreibt einen Zustand, den es nicht gibt.

Zu abstrakt und nie aktualisiert

„Personenbezogene Daten nur im Rahmen der DSGVO“ ist richtig und im Alltag nutzlos, ohne Beispiele entscheidet jede Person anders. Und eine Richtlinie ohne Verantwortliche und ohne Überprüfungstermin ist nach einem Jahr veraltet.

Greift Ihre Richtlinie in den Systemen?

Ob eine Richtlinie hält, lässt sich nur am System prüfen, nicht am Dokument. Diese Fragen zeigen, wie weit Papier und Realität auseinanderliegen:

Bei beidem unterstützen wir: der organisatorischen Seite, die Richtlinie, Werkzeugliste und Schulungsnachweis in prüfbare Kontrollen übersetzt, und der technischen Seite, die prüft, ob Agenten, Copiloten und Anbindungen die Grenzen der Richtlinie im Betrieb einhalten. Prüfungen erfolgen im schriftlich vereinbarten Umfang, jeder Befund wird mit einem Proof of Concept belegt.

Compliance-Readiness

Richtlinie, Werkzeugliste und Nachweise zu AI Act und DSGVO so aufsetzen, dass jede Anforderung einen Beleg hat.

Zur Leistung

KI- & MCP-Sicherheit

Prüfen, ob Agenten, Copiloten und MCP-Server die Grenzen Ihrer Richtlinie wirklich einhalten.

Zur Leistung

Hält Ihre KI-Richtlinie, was sie verspricht?

Im Erstgespräch klären wir, welche KI-Werkzeuge und Anbindungen bei Ihnen im Einsatz sind und wo zwischen Richtlinie und Systemen die größte Lücke liegt.

Erstgespräch anfragen

CyberSec42 ist eine unabhängige technische Sicherheitsprüfung, keine akkreditierte Zertifizierungsstelle und keine Rechtsberatung. Die rechtliche Prüfung Ihrer Richtlinie verantwortet Ihre Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Ist eine KI-Richtlinie gesetzlich vorgeschrieben?

Ein Dokument mit diesem Namen schreibt kein Gesetz vor. Art. 4 AI Act verlangt aber seit 2. Februar 2025 Maßnahmen zur KI-Kompetenz, die DSGVO verlangt geeignete Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten, und Geschäftsgeheimnisse sind nur mit angemessenen Geheimhaltungsmaßnahmen geschützt. Eine schriftliche Richtlinie ist der übliche Weg, das festzulegen und nachzuweisen.

Gibt es ein Bußgeld, wenn wir keine KI-Richtlinie haben?

Für das Fehlen einer Richtlinie als solches nicht. Art. 4 AI Act hat keinen eigenen Bußgeldtatbestand in Art. 99. Bußgelder können aber aus Verstößen folgen, die eine Richtlinie verhindern soll, etwa nach der DSGVO, wenn personenbezogene Daten ohne Rechtsgrundlage in einen KI-Dienst gelangen.

Reicht es, ChatGPT und andere KI-Werkzeuge zu verbieten?

In der Regel nicht. Ein Verbot ohne freigegebene Alternative verlagert die Nutzung in private Konten, die das Unternehmen weder sieht noch steuern kann. Wirksamer ist eine Liste freigegebener Werkzeuge mit klaren Datenregeln.

Brauchen wir ein Zertifikat für die KI-Schulung?

Nein. Die EU-Kommission stellt in ihren Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz klar, dass kein Zertifikat nötig ist. Sinnvoll ist eine interne Dokumentation, wer wann zu welchen Inhalten geschult wurde.

Muss der Betriebsrat zustimmen?

Das hängt vom Einzelfall ab. Kann ein Werkzeug Verhalten oder Leistung der Beschäftigten überwachen, kommt ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG in Betracht. Binden Sie den Betriebsrat früh ein und lassen Sie die Frage arbeitsrechtlich klären.

Was unterscheidet eine KI-Richtlinie von KI-Governance?

Die Richtlinie regelt, wie Beschäftigte KI nutzen dürfen. KI-Governance ist der übergeordnete Prozess aus Inventar, Risikoeinstufung, Kontrollen und Nachweisen, in dem die Richtlinie ein Baustein ist.

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Quellen