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Leitfaden

Website-Sicherheit für kleine Unternehmen: selbst prüfen und absichern

Von Lucas Weber, CyberSec42 · Stand 28.10.2026

CyberSec42

Die Sicherheit Ihrer Website prüfen Sie als Inhaber eines kleinen Betriebs am besten mit einem kurzen Selbstcheck: Ist die Verbindung verschlüsselt und das Zertifikat gültig, ist die Software aktuell, wer hat Zugang, ist die Anmeldung mit einem zweiten Faktor geschützt, gibt es ein Backup, das sich zurückspielen lässt, und liegen Domain und Hosting in Ihrer Hand? Das dauert etwa 15 Minuten, braucht kein Fachwissen und funktioniert bei WordPress genauso wie bei Shopify, Wix, Jimdo oder einer Seite, die eine Agentur betreut. Dieser Leitfaden führt Sie Punkt für Punkt durch den Check und zeigt, wann sich ein Blick von außen lohnt.

Kurz gefasst.

Warum auch kleine Seiten

Automatische Suche statt gezielter Auswahl.

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Der 15-Minuten-Selbstcheck

Neun Punkte, die Sie ohne Fachwissen prüfen.

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Baukasten oder selbst gehostet

Wer wofür zuständig ist.

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Kostenlose Prüfwerkzeuge

Was sie zeigen und was nicht.

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Wann sich Hilfe lohnt

Shop, Kundendaten, Login-Bereiche.

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Kurz zum Rechtlichen

Was die DSGVO von Ihrer Website erwartet.

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Warum auch kleine Websites angegriffen werden

Viele Inhaber denken: „Meine Seite ist doch uninteressant, da gibt es nichts zu holen.“ Das stimmt aus Sicht eines Menschen, aber Angriffe auf Websites werden heute überwiegend von Programmen erledigt. Diese Programme rufen rund um die Uhr Millionen Adressen auf und probieren aus, ob eine bekannte Schwachstelle offen ist, ob ein Standard-Passwort funktioniert oder ob sich ein Formular missbrauchen lässt. Wer die Seite betreibt, interessiert sie nicht. Es ist kein persönlicher Angriff, sondern eher wie jemand, der in einer Straße an jeder Haustür die Klinke drückt.

Gelingt der Einbruch, ist auch eine kleine Seite wertvoll: als Versender von Spam, als Weiterleitung zu Betrugsseiten, als Ablage für Schadsoftware oder als Quelle für die Daten, die über Ihr Kontaktformular hereinkommen. Für Sie heißt das im schlimmsten Fall: Ihre Seite ist nicht erreichbar, Google und Browser zeigen Besuchern eine Warnung, Ihr Ruf leidet, und wenn Kundendaten betroffen sind, kommen Pflichten aus dem Datenschutzrecht hinzu.

Die gute Nachricht: Weil diese Angriffe automatisch nach offenen Türen suchen, halten Sie die meisten schon mit Grundlagen ab. Darum geht es im folgenden Selbstcheck.

Der 15-Minuten-Selbstcheck

Nehmen Sie sich eine Viertelstunde, öffnen Sie Ihre Website und das Konto bei Ihrem Hoster oder Baukasten-Anbieter. Zu jedem Punkt steht, was Sie prüfen, wie Sie es prüfen und woran Sie ein gutes Ergebnis erkennen. Was Sie nicht selbst beantworten können, notieren Sie als Frage an Ihren Dienstleister.

1. Verschlüsselung: HTTPS und ein gültiges Zertifikat

Rufen Sie Ihre Seite im Browser auf. In der Adresszeile sollte https:// stehen, und der Browser darf keine Warnung anzeigen. Das Zertifikat ist eine Art digitaler Ausweis Ihrer Seite, es sorgt dafür, dass Eingaben wie Name, E-Mail und Nachricht verschlüsselt übertragen werden.

2. Software und Erweiterungen aktuell

Die meisten erfolgreichen Einbrüche nutzen Lücken aus, für die es längst ein Update gibt. Wer hier zuständig ist, hängt davon ab, wie Ihre Seite betrieben wird.

3. Wer hat Admin-Zugänge?

Ein Admin-Zugang ist ein Konto mit vollen Rechten: Wer ihn hat, kann alles ändern. Mit den Jahren sammeln sich solche Zugänge an, von früheren Mitarbeitenden, einer ehemaligen Agentur oder dem Neffen, der die Seite einmal eingerichtet hat.

4. Zwei-Faktor-Anmeldung

Bei der Zwei-Faktor-Anmeldung reicht das Passwort allein nicht. Zusätzlich wird ein Code abgefragt, den zum Beispiel eine App auf Ihrem Handy erzeugt. Selbst wenn jemand Ihr Passwort kennt, kommt er so nicht in Ihr Konto. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt dieses Verfahren für Online-Dienste.

5. Backups, und ob die Wiederherstellung je getestet wurde

Ein Backup ist eine Sicherungskopie Ihrer Seite. Fast jeder Anbieter sagt, dass es Backups gibt. Die entscheidende Frage ist eine andere: Wurde eine Sicherung schon einmal tatsächlich zurückgespielt?

6. Kontaktformular und Spam

Das Kontaktformular ist die Stelle, an der Fremde Daten auf Ihre Seite schicken. Häufig ist das nur lästiger Spam, es ist aber auch ein typischer Ansatzpunkt für Missbrauch.

7. Domain und Hosting in eigener Hand

Ihre Domain, also die Adresse Ihrer Website, ist ein Wert Ihres Unternehmens. In der Praxis ist sie aber oft auf die Agentur, den früheren Webdesigner oder eine Privatperson eingetragen. Solange alles läuft, fällt das nicht auf. Wenn die Zusammenarbeit endet oder jemand nicht mehr erreichbar ist, kommen Sie im schlimmsten Fall nicht mehr an Ihre eigene Adresse.

8. Wer pflegt die Seite, vertraglich geregelt?

„Die Agentur kümmert sich“ ist oft eine Annahme und keine Vereinbarung. Viele Verträge decken den Bau der Website ab, aber nicht die laufende Pflege.

9. Google Search Console: „Sicherheitsprobleme“

Die Google Search Console ist ein kostenloses Werkzeug von Google für Website-Inhaber. Sie enthält einen Bericht mit dem Namen „Sicherheitsprobleme“. Dort meldet Google, wenn es auf Ihrer Seite gehackte Inhalte, Schadsoftware oder irreführende Seiten findet, die Besucher zum Beispiel zur Eingabe von Passwörtern verleiten.

Baukasten oder selbst gehostet: wer ist wofür zuständig?

Ob Ihre Seite auf einem Baukasten wie Wix, Jimdo oder Shopify läuft oder als selbst gehostete Website, etwa mit WordPress bei einem Hoster, verändert nicht, ob Sie sich um Sicherheit kümmern müssen, sondern nur, um welchen Teil. Man spricht von geteilter Verantwortung: Ein Teil liegt beim Anbieter, ein Teil immer bei Ihnen.

BereichBaukastenSelbst gehostet oder Agentur-Seite
Server und RechenzentrumAnbieterHoster
Grundsoftware und UpdatesAnbieterSie oder Ihr Dienstleister
Plugins, Apps, ErweiterungenSie (Auswahl und Entfernen)Sie oder Ihr Dienstleister
HTTPS-Zertifikatmeist Anbieter, automatischHoster oder Dienstleister, Verlängerung prüfen
Konten, Passwörter, Zwei-Faktor-AnmeldungSieSie
Wer Zugang hatSieSie
BackupsAnbieter sichert die Plattform, Ihre Inhalte prüfen SieSie oder Ihr Dienstleister, Wiederherstellung proben
Domain und VerträgeSieSie
Individuelle Funktionen, eigener CodeSie oder der App-HerstellerSie oder Ihr Dienstleister

Der Baukasten nimmt Ihnen also die technisch schwierigsten Teile ab. Er schützt Sie aber nicht vor einem schwachen Passwort, vor einem vergessenen Zugang der früheren Agentur oder vor einer Domain, die auf jemand anderen läuft. Bei einer selbst gehosteten Seite kommen die Updates hinzu, und genau dort liegen die meisten Probleme.

Kostenlose Prüfwerkzeuge: was sie zeigen und was nicht

Zwei seriöse, kostenlose Werkzeuge helfen, einen Teil des Selbstchecks von außen zu bestätigen. Sie greifen Ihre Seite nicht an, sondern lesen nur, was sie ohnehin öffentlich ausliefert.

Beide Werkzeuge sind nützlich, aber sie sind kein Sicherheitstest. Mozilla schreibt selbst, dass auch die Bestnote nicht bedeutet, dass eine Seite sicher ist: Veraltete Software, verwundbare Plugins, Schwachstellen in Formularen und Datenbanken oder der Umgang mit Passwörtern werden nicht geprüft. Eine gute Note ist ein gutes Zeichen für die Grundeinstellungen, mehr nicht. Bei Baukästen haben Sie auf viele dieser Einstellungen außerdem keinen Einfluss, eine mittlere Note ist dort kein Grund zur Sorge.

Was Sie selbst schaffen und wann sich ein externer Check lohnt

Für eine einfache Visitenkarten-Seite mit Leistungen, Öffnungszeiten und Kontaktformular reicht in vielen Fällen der Selbstcheck oben, regelmäßig wiederholt, etwa einmal im Quartal. Alles, was Sie dabei finden, können Sie selbst oder mit Ihrem Dienstleister abarbeiten.

Anders sieht es aus, sobald Ihre Website mehr tut als informieren. Dann entstehen Risiken, die man von außen nicht sieht und die kein kostenloses Werkzeug findet:

Für solche Seiten ist ein Penetrationstest sinnvoll: eine autorisierte Sicherheitsprüfung im schriftlich vereinbarten Umfang, bei der Fachleute Ihre Website so prüfen, wie es ein Angreifer tun würde, und jeden Befund mit einem Nachweis belegen. Was dabei passiert und wie lange es dauert, erklärt unser Beitrag Penetrationstest: Ablauf, Dauer und Kosten. Wenn Sie erst wissen möchten, ob es überhaupt Schwachstellen gibt, ist eine Schwachstellenanalyse der kleinere erste Schritt.

Selbstcheck reicht meist

  • Reine Informationsseite
  • Kontaktformular ohne sensible Angaben
  • Baukasten ohne eigene Programmierung
  • Check einmal im Quartal wiederholen

Externer Check sinnvoll

  • Online-Shop oder Bezahlfunktion
  • Kundendaten, Termine, Bewerbungen
  • Login- oder Kundenbereich
  • Individuell programmierte Funktionen

Kurz zum Rechtlichen

Sobald Ihre Website personenbezogene Daten verarbeitet, und das tut schon ein einfaches Kontaktformular, verlangt die Datenschutz-Grundverordnung angemessene technische und organisatorische Maßnahmen zu ihrem Schutz (Art. 32 DSGVO, „Sicherheit der Verarbeitung“). Dazu zählen ausdrücklich die Fähigkeit, Daten nach einem Zwischenfall rasch wiederherzustellen, und die regelmäßige Überprüfung, ob die Maßnahmen wirken. Der Selbstcheck oben ist ein einfacher Weg, beides im Blick zu behalten.

Kommt es zu einem Einbruch, bei dem Unbefugte an personenbezogene Daten gelangen konnten, muss der Verantwortliche das nach Art. 33 DSGVO unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden der zuständigen Datenschutzaufsicht melden, es sei denn, es besteht voraussichtlich kein Risiko für die Betroffenen (Stand Oktober 2026). Ob das in Ihrem Fall nötig ist, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer Rechtsberatung. Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung.

Die Checkliste

PunktGut, wenn …
Verschlüsselunghttp:// leitet auf https:// um, keine Browser-Warnung, Zertifikat verlängert sich automatisch
SoftwareKeine offenen Updates; ungenutzte Plugins, Apps und Erweiterungen entfernt
ZugängeJede Person kennen Sie, jede hat ein eigenes Konto, Administratorrechte nur wo nötig
Zwei-Faktor-AnmeldungAktiv für Website, Hosting oder Baukasten, Domain-Anbieter und E-Mail-Postfach
BackupsKopie getrennt von der Website, reicht Wochen zurück, Wiederherstellung einmal geprobt
KontaktformularNachrichten kommen an, nur nötige Felder, keine beliebigen Uploads, Spam-Schutz aktiv
Domain und HostingAuf Ihr Unternehmen eingetragen, eigene Zugangsdaten, Rechnungen erreichen Sie
PflegeZuständigkeit für Updates, Backups und Notfall schriftlich geregelt
Search ConsoleEigener Zugang, Bericht „Sicherheitsprobleme“ ohne Einträge

Ihre Website verarbeitet Kundendaten oder hat einen Shop?

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Teile Ihrer Seite ein Risiko tragen und ob ein Selbstcheck reicht oder sich eine Prüfung lohnt. Wenn ja, legen wir den Umfang gemeinsam und schriftlich fest, passend zur Größe Ihrer Seite. Das Angebot erstellen wir individuell.

Website-Sicherheitscheck anfragen

Jede Prüfung erfolgt ausschließlich mit schriftlicher Beauftragung im vereinbarten Umfang. CyberSec42 ist eine unabhängige technische Sicherheitsprüfung, keine akkreditierte Zertifizierungsstelle und keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wie kann ich die Sicherheit meiner Website selbst prüfen?

Mit einem kurzen Selbstcheck: HTTPS und Zertifikat, offene Updates, Liste der Zugänge, Zwei-Faktor-Anmeldung, Backups mit geprobter Wiederherstellung, Kontaktformular, Inhaberschaft von Domain und Hosting, vertraglich geregelte Pflege und der Bericht „Sicherheitsprobleme“ in der Google Search Console. Das dauert etwa 15 Minuten und braucht kein Fachwissen.

Ist meine Website auf Wix, Jimdo oder Shopify automatisch sicher?

Der Anbieter kümmert sich um Server und Grundsoftware, das ist ein großer Vorteil. Ihre Konten, Passwörter, die Zwei-Faktor-Anmeldung, installierte Apps, wer Zugang hat und auf wen die Domain läuft, bleiben aber Ihre Aufgabe.

Reicht ein kostenloser Online-Sicherheitscheck?

Nein. Werkzeuge wie der SSL Server Test von Qualys SSL Labs oder das HTTP Observatory von Mozilla prüfen nur die Verschlüsselung und bestimmte Einstellungen, die Ihre Seite öffentlich ausliefert. Veraltete Software, verwundbare Plugins oder Fehler in Formularen und Login-Bereichen erkennen sie nicht.

Wie oft sollte ich den Selbstcheck machen?

Einmal im Quartal ist ein guter Rhythmus. Zusätzlich nach jedem Wechsel von Mitarbeitenden oder Dienstleistern und nach größeren Änderungen an der Website.

Woran merke ich, dass meine Website gehackt wurde?

Typische Zeichen sind unbekannte Administratorkonten, Weiterleitungen auf fremde Seiten, fremde Inhalte in den Google-Suchergebnissen, Warnungen im Browser oder in der Search Console und plötzlich viel Spam. Was dann zu tun ist, beschreibt unser Beitrag „Website gehackt: was tun?“.

Wann brauche ich einen Penetrationstest?

Wenn Ihre Website mehr tut als informieren: bei einem Online-Shop, bei Login- oder Kundenbereichen, wenn Kundendaten verarbeitet werden oder wenn Funktionen eigens für Sie programmiert wurden. Für eine reine Informationsseite reicht meist der regelmäßige Selbstcheck.

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Quellen